NEWS
CONTACT
PRESS
PHOTO DIARY
 
 

Aline Biasutto believes that the imperceptible is the starting point. The images she produces
are always fragmentary, incomplete, unclear or frozen in a form of a misleading abstraction.
In the flood of reality, she punctures and tears fragments that are a priori silent when stripped of context.
Between a reality that was (that - fleeting - the time of recording) and perceived (that - subject to
subjectivity - the viewer), would be found in the sensitive potential of the image. What interests her
is precisely this gap, where ambiguity becomes a place of suspension, projection, and the relation-ships between real, representable and visible. In our interview she stated, "When we are shown an image in which the object represented bursts, what is left? (...) I like working in this zone between the conception of the image and it's intended meaning, and that which is cancelled of any meaning"



To understand this idea, you have to think like her, refuse to open your eyes as wide as two mouths
swallowing at once, but also refuse to close them completely. We then enter into that state of "movement/struggling " that characterizes her work. To see the world between batting eyelashes,
between your own palpitations and a filtered vision. The idea that a glance is already a statement
(of oneself, on the world) gives the viewers of her work full power: "Otherness is paramount.
To create an image, you must look at what is outside oneself, look past the mirror. At the same time,
the image is a vehicle between the one who makes it and the viewer. It says as much about the person
who did it than those who look at it. Once I create an image, it is no longer mine. "



At the edge of silence or explosion, the images created in Aline Biasutto's work – limits are pictures
of resistance - to the visible, to their medium, to any interpretation that could be made at the first
glance. To the question, " what can an image produce for you? " She replied, " a scream. "
A primary visual language, almost primitive, that she also associates to a dream of Georg Baselitz: " to paint until invisibility. "

Alexandra Delage, October 2013.

 

 
Deutsch

Aline Biasutto glaubt, dass das Unwahrnehmbare der Ausgangspunkt ist. Die Bilder, die sie produziert, sind immer fragmentarisch, unvollständig, verschwommen oder eingefroren in Form täuschender lyrischer Abstraktion. Im Fluss des Wirklichen punktierte sie Tränen, die a priori still sind, wenn sie ihren Kontext verlassen. Zwischen einer Realität, die war (flüchtig - vom Moment der Aufnahme) und einer wahrgenommenen Realität (das, was der Subjektivität des Betrachters unterliegt), befänden sich die empfindlichen Potentiale desBildes. Was sie interessiert, liegt gerade in diesem Zwischenraum, in dem die Mehrdeutigkeit zu einem Ort der Aufhebung, Projektion und der Beziehungen zwischen real, repräsentativ und sichtbar wird. In einem Gespräch vertraute sie mir an: „Wenn uns ein Bild gezeigt wird, in dem das dargestellte Objekt fehlt, was bleibt übrig? (...) Ich mag es, in dieser Zone zwischen der Vorstellung des Bildes und seiner beabsichtigten Bedeutung zu arbeiten, und dem, was jede Bedeutung verloren hat.“

Um diese Idee zu verstehen, muss man wie sie denken, sich weigern, die Augen so weit zu öffnen, wie zwei Münder gleichzeitig schlucken, sich aber weigern, sie vollständig zu schließen. Wir treten dann in den Zustand der „Ablenkung“ ein, der ihre Arbeit characterisieren könnte, um die Welt zwischen Wimpern zu sehen, zwischen Ihrem eigenen Herzklopfen und von außen gefiltertem Sehen. Diese Vorstellung, dass ein Blick bereits eine Bestätigung (von sich selbst, von der Welt) ist, verleiht den Betrachtern seines Werkes die vollen Kräfte: „Das Anderssein ist entscheidend. Um ein Bild zu machen, muss man schauen, was außerhalb von einem selbst ist und über den Spiegel schauen. Gleichzeitig ist das Bild ein Vehikel zwischen dem, der es macht, und dem Betrachter. Es sagt so viel über den, der es macht und den, der es ansieht. Sobald ich ein Bild erstellt habe, gehört es mir nicht mehr.“

Aline Biasuttos Bilder am Rande von Stille oder Explosion sind Bilder des Widerstands - im Sichtbaren, ihrem Medium, jeder Interpretation, die man zum ersten Mal machen könnte. Auf die Frage „Was sollte ein Bild deiner Meinung nach produzieren?“ antwortet sie: „Einen Schrei. Die Idee der Erzählung steht im Gegensatz zu der einer primitiven, fast primitiven Bildsprache, die sich zudem mit Baselitz ‚Traum vom Malen bis zur Unsichtbarkeitʼ
verbindet.“

Alexandra Delage, Oktober 2013.